07.11.2016

von B° RB

Schenkung der Art Mentor Foundation Lucerne

DER STIFTER, DER ANSTIFTER WAR, WEIL ER WUSSTE, DASS DIE KUNST FÜR ALLE IST. Die Schenkung der Art Mentor Foundation Lucerne. 10.11.2016 – 12.2.2017, Pinakothek München

Asger Jorn Oskar Schlemmer Jacques Louis David. Brand, 1961. Dreiteilung IV, 1924 Femme au turban; verso: Skizze des Kopfes, 1794

Bereits jetzt ist eine Auswahl der geschenkten Werke an die Sammlung Moderne Kunst im 1. Obergeschoss im Rundgang zu sehen.

Die Art Mentor Foundation Lucerne hat den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen Sammlung München eine Schenkung von insgesamt 58 hochkarätigen Werken aus der Zeit des 18. bis 20. Jahrhunderts vermacht. 

Fakten
Ausstellungsdauer: 10.11.2016 – 12.2.2017
Eröffnung der Ausstellung der Staatlichen Graphischen Sammlung München in der Pinakothek der Moderne: 09.11.2016, 18:30 Uhr

Darunter befinden sich Arbeiten so renommierter Künstler wie Jacques Louis David, Eugène Delacroix, Honoré Daumier, Piet Mondrian, Josef Albers, Giorgio Morandi, Joseph Beuys, Cy Twombly, Georg Baselitz, Antonia Saura, Richard Tuttle oder Fred Sandback. Es handelt sich um die ehemalige, über Jahrzehnte aufgebaute Privatsammlung von Christof und Ursula Engelhorn, die das Ehepaar in die Art Mentor Foundation Lucerne eingebracht hatte.

Darüber hinaus hat die Art Mentor Foundation Lucerne den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen den Ankauf eines Hauptwerks des amerikanischen Künstlers Dan Flavin ermöglicht:„untitled (to you, Heiner, with admiration and affection“ (1974). Diese gewichtige Erwerbung rundet das lebenslange Engagement des Paares für die staatlichen Kunstsammlungen in München ab und bildet einen weiteren Meilenstein in der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, für dessen Ausbau sich Christof und Ursula Engelhorn auch nach ihrem Umzug von München nach Luzern eingesetzt hatten.

Christof und Ursula Engelhorn waren von 1967 bis 2003 ebenso großzügige wie einflussreiche und weitsichtige Förderer des Galerie-Vereins München e.V. (heute: PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.) und damit der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen Sammlung München. Die öffentliche Kunstlandschaft Münchens hätte ohne das Wirken von Christof und Ursula Engelhorn heute ein anderes, ein weniger zeitgenössisches Gesicht.

Als Vorstandsmitglied des Galerie-Vereins ermöglichte Christof Engelhorn 1967 vollumfänglich die Erwerbung von Francis Bacons Triptychon „Kreuzigung“, ein Monument der Tortur und des Leidens, das die Verbrechen des Nationalsozialismus ins Bewusstsein bringt, und von Christof Engelhorn bewusst für die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“ erworben wurde. 1980 unterstützte er den Ankauf einer in der Öffentlichkeit vehement umstrittenen Arbeit von Joseph Beuys, der Aufsehen erregenden Installation „zeige deine Wunde“, für die Städtische Galerie im Lenbachhaus. 1983 engagierte er sich erneut für die Rezeption des Künstlers, indem er dessen epochales Werk „Das Ende des XX. Jahrhunderts“ über den Galerie-Verein für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen erwarb. Der Raum, in dem die Installation in der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne eingerichtet ist, wurde 2011 den Stiftern gewidmet.

Christof und Ursula Engelhorn sammelten für sich privat parallel zu den Erwerbungen für die öffentlichen Häuser, so dass sich nun im Bereich der Kunst des 20. Jahrhunderts die Schenkung und die öffentlichen Sammlungen ideal zusammenfügen. Werke von Piet Mondrian, Oskar Schlemmer, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Claes Oldenburg und Cy Twombly ergänzen die Bestände des 20. Jahrhunderts um herausragende Einzelwerke. Das Konvolut mit Arbeiten von Jacques Louis David, Jean- Auguste-Dominique Ingres, Théodore Géricault, Eugène Delacroix, Honoré Daumier, Georges Seurat und James Ensor war hingegen in der Staatlichen Graphischen Sammlung München bis heute ein Desiderat geblieben. Es ist dies einer der bedeutendsten Zugänge an älterer Kunst seit Jahrzehnten.

Im November wird die Staatliche Graphische Sammlung München die Papierarbeiten der Schenkung in einer Ausstellung in ihren Räumen im Erdgeschoß der Pinakothek der Moderne zeigen. Die Sammlung Moderne Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen integriert eine Auswahl der Exponate in ihren Sammlungsrundgang in der Pinakothek der Moderne.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Michael Hering und Bernhard Maaz, Textbeiträgen von Corinna Thierolf, Armin Zweite und Jochen Meister, einem Gespräch von Herzog Franz von Bayern mit Andreas Strobl, sowie Bildtexten von Judith Csiki, Caroline Fuchs, Michael Hering, Andreas Strobl und Kurt Zeitler.

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