03.10.2016

von B° RB

DREI FARBEN SCHWARZ

Ausstellungsdauer:: 6.10.2016 - 09.01.2017 | Saal 12, Neue Pinakothek München

Édouard Manet, Le Déjeuner (Frühstück im Atelier), 1868. Leinwand, 118,3 x 154,0 cm

Schwarz, die unbunte Farbe, spielt in der Geschichte der Malerei eine überraschend wichtige Rolle. Schwarz ist Metapher, Kompositionsmittel und nicht zuletzt eine maltechnische Herausforderung. Schon früh dient das Schwarz in Gemälden zur Vertiefung dunkler Zonen; es führt zu den Schattenseiten des Lebens wie zu den Abgründen der Seele. In Bildnissen spiegelt schwarze Kleidung Moden und sozialen Status; so wird edles Schwarz ein Merkmal der spanischen Hoftracht. Mit der Emanzipation der Farbe im 19. Jahrhundert gewinnt dann auch Schwarz eine neue Bedeutung, erhält, pastos aufgetragen, einen materiellen Eigenwert - bis Max Beckmann oder Kazimir Malevich schließlich ganz davon absehen, die Farbe in den Dienst einer naturalistischen Darstellung zu stellen.

Fakten
Ausstellungsdauer:: 6.10.2016 - 09.01.2017

»Drei Farben Schwarz« richtet mit einer konzentrierten Auswahl aus eigenen Beständen das Augenmerk auf die Malerei des 19. Jahrhunderts und damit auf die Zeit, in der die Behandlung des Dunklen und Schwarzen ein Eigenleben zu führen beginnt, zugleich aber noch älteren Traditionen verhaftet bleibt. Gemälden von Johann Heinrich Füssli, Édouard Manet, Franz Xaver Winterhalter und anderen stehen daher Meisterwerke von Simon Vouet, Diego Velázquez und Bartolomé Esteban Murillo aus den derzeit geschlossenen Sälen der Alten Pinakothek gegenüber. 15 Werke sind insgesamt zu sehen.

Im Vergleich werden unterschiedliche künstlerische Ansätze ebenso deutlich wie Verwandtschaften über die Jahrhunderte hinweg: Beinahe 240 Jahre trennen Velázquez‘ »Jungen spanischen Edelmann« und Édouard Manets »Frühstück im Atelier«, und doch besteht zwischen dem jungen Spanier im schwarzen Wams und Manets Stiefsohn in der eleganten schwarzen Jacke eine frappierende Nähe. Diese ist freilich kein Zufall: Manet bewunderte Velázquez‘ sicheren Pinselstrich und die Klarheit seiner Kunst. 

Franz Xaver Winterhalter hinwiederum zeigt in dem Porträt Graf Jenison-Walworths mittels vielfältiger Schwarz- und Grautöne, in welch unterschiedlicher Weise schwarzer Pelz, schwarzer Samt und schwarze Seide das Licht reflektieren – und der Betrachter kann erkennen: Schwarz ist nicht gleich Schwarz.

Führungen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten und eine Reihe von Workshops laden dazu ein, die ausgestellten Gemälde intensiver zu entdecken und den Blick für das »Schwarze« im Bild zu schärfen.

Führungen »aus erster Hand«

Mit den Kuratoren Elisabeth Hipp und Joachim Kaak sowie den Restauratorinnen Renate Poggendorf und Carina Volbracht

MI 12.10.2016, 18.30

Kuratorin und Restauratorin im Dialog

Mit Elisabeth Hipp und Renate Poggendorf

MI 19.10.2016, 18.30 Kuratorenführung Mit Joachim Kaak

MI 09.11.2016, 18.30

Kuratorin und Restauratorin im Dialog Mit Elisabeth Hipp und Carina Volbracht

MI 21.12.2016, 18.30 Kuratorenführung Mit Joachim Kaak

Ausstellungsführungen

MO 05.12.2016, 15.00

MI 16.11.2016, 04.01.2017, 18.30 SO 30.10.2016, 11.00

Für alle Führungen gilt eine begrenzte Anzahl an Teilnahmeplätzen. Teilnahmemarken sind ab einer Stunde vor Beginn an der Information erhältlich.

SCHWARZ – schwarz – Schwarz

Workshop (1-tägig)

Der Workshop widmet sich der in unserer Kulturgeschichte eher negativ besetzten Nicht-Farbe Schwarz und will mit diesen Vorurteilen aufräumen – und Licht ins Dunkel bringen.

Einzelne Werke der Ausstellung »Drei Farben Schwarz« werden betrachtet, der Verschiedenartigkeit der Farbe und ihrer Bedeutung wird nachgegangen. Im praktischen Teil erforschen wir die subtilen Schwarzabstufungen, etwa von aus Ruß oder verbrannten Kirschkernen gewonnenen Pigmenten, und erkennen die jeweiligen Charakteristika – Schwarz ist nicht gleich Schwarz. Als Grundlage zum Experimentieren wird die Technik der Eitempera vorgestellt, aber auch ein pastoser Farbauftrag wird erprobt.

Mit Annegret Hoch, Künstlerin

SA 03.12.2016, 12.00-16.00

SA 08.01.2017, 12.00-16.00

Jeweils mit einstündiger Pause mit eigenständiger Fahrt zum Kreativquartier, Dachauer Straße 110, Halle H

Treffpunkt: Neue Pinakothek

15 Euro inkl. Eintritt

Anmeldung: T 089 23805-198 | programm@pinakothek.de

Mit Dank an die Stiftung Nantesbuch

Willkommen bei den Schwarzmalern

Kinderführung

Ob wir in der Ausstellung wohl auf Vampire, Hexen und andere schwarze Gestalten treffen? Meist denken wir nämlich bei der Farbe Schwarz an etwas Unheimliches, Dunkles, Geheimnisvolles und vielleicht sogar Magisches. Ob unsere Schwarzmaler wohl genau das im Sinn hatten? Gemeinsam bringen wir bei einem Besuch in der Ausstellung ein bisschen Licht ins Dunkel!

Für Kinder von 6 bis 12 Jahren

SO 09.10., 23.10., 06.11., 20.11., 04.12., 18.12.2016, 08.01.2017, 11.00 (parallel zur Erwachsenenführung)

Neue Pinakothek

Anmeldung: T 089 23805-198 | programm@pinakothek.de

Wie viele Farben Schwarz kennst du?

Kinderworkshop (1-tägig)

Wie viele Farben Schwarz kennst du? Hast du schon mal »schwarzgesehen« oder »schwarzgemalt«?

In diesem Workshop werden wir beides ausprobieren und die Wirkung dieser besonderen Farbe genau untersuchen. Dabei werden wir vielleicht feststellen, dass schwarzsehen und -malen gar nicht so schlecht ist wie es klingt. Und ganz nebenbei finden wir heraus, warum Superhelden und Bösewichte wie Batman und Darth Vader eigentlich so gerne schwarze Kleidung tragen.

Mit Miriam Hannig, Kunstpädagogin, und Urte Ehlers, Kunsthistorikerin

Für Kinder von 6 bis 12 Jahren MI 16.11.2016, 11.00-14.00

SA 07.01.2017, 11.00-14.00 Neue Pinakothek

5 Euro

Anmeldung: T 089 23805-198 | programm@pinakothek.de

Ausstellung

06.10.2016 bis 23.01.2017, Saal 12

Geöffnet

Täglich außer Di 10.00-18.00, Mi 10.00-20.00 Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester geschlossen

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Verlängerung der Ausstellung bis 19. Juni 2016

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