10.07.2017

von B° RB

Beate Kuhn. Keramiken

Pinakothek der Moderne München | Beate Kuhn. Keramiken aus der Sammlung Freiberger

Beate Kuhn. Objekt, 1998, Steinzeug

Beate Kuhn (1927-2015) gehört mit ihrer unverkennbaren Handschrift und ihrer unerschöpflichen Fantasie zu den bedeutendsten deutschen Keramikern nach 1945. Mit den genuinen Mitteln und Techniken der Töpferei schuf sie ein Werk, das weit über die funktionelle Gebrauchskeramik hinausreicht und an die Entwicklungen der bildenden Kunst seit der Nachkriegszeit, von Picasso bis zur Serialität der Minimal Art, anschließt. 

Fakten
ERÖFFNUNG | 13.07.2017, 19.00 UHR

AUSSTELLUNGSDAUER | 14.07.2017 – 19.11.2017

Pinakothek der Moderne München

Widmete sich Beate Kuhn in den ersten Jahren ihres Schaffens noch dem bemalten Gefäß, so stand später die freie keramische Plastik im Mittelpunkt ihres Interesses. Aus der variierenden Aneinanderreihung von auf der Scheibe gedrehten Grundelementen wie Zylinder, Kegel, Kugel, Schale oder Scheiben entwickelte sie eine völlig eigenständige Formensprache. 

Neben der Kunst und der Musik war es die Natur, die ihr immer wieder neue Anregungen für ihre Auseinandersetzung mit den Themen Bewegung, Rhythmus und Veränderung lieferte. Selbst ihre weniger gegenständlichen Werke wecken Assoziationen mit der Unterwasserwelt, mit Korallen und Meerespflanzen, und mit der Natur der Umgebung, mit Buschgeäst, Baumstämmen, Blumen oder anderen Pflanzen. Häufig spiegeln die additiven Reihungen die natürlichen Gesetzmäßigkeiten des Lebensprozesses vom Wachsen und rhythmischem Wandel wider. 

Der Schenkung des Mannheimer Keramiksammlers Klaus Freiberger ist es zu verdanken, dass Die Neue Sammlung mit rund 190 zwischen 1954 und 2013 entstandenen Arbeiten einen umfassenden Überblick aller Schaffensperioden von Beate Kuhn präsentieren kann. 

Im Laufe von annähernd sechzig Jahren hat der Architekt Klaus Freiberger eine Sammlung von mehr als 2.000 Objekten aufgebaut, die er der Neuen Sammlung großzügig überlassen hat – die von ihm zusammengetragenen Werke Beate Kuhns nehmen hierin eine besondere Stellung ein. Nur wenige Jahre jünger als die Künstlerin selbst, konnte Freiberger die künstlerische Entwicklung der vielfach ausgezeichneten Keramikkünstlerin mit einem leidenschaftlichen und zugleich fachmännischen Blick begleiten. Seine Schenkung stellt eine großartige Ergänzung der hauseigenen Keramiksammlung dar. 

Seit ihrer Gründung 1925 hat Die Neue Sammlung Keramik gesammelt und diese bisher hauptsächlich im Internationalen Keramik-Museum in Weiden gezeigt. Die Neue Sammlung freut sich, mit dieser Ausstellung nun erstmals in der Pinakothek der Moderne einem keramischen Œuvre einen prominenten Platz zu bieten. 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei arnoldsche Art Publishers mit einem ausführlichen Verzeichnis aller Werke von Beate Kuhn aus der Sammlung Freiberger. 

Die Neue Sammlung bedankt sich bei PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. für die großzügige Unterstützung des Projektes. 

Kuratoren

Dr. Josef Straßer

Dr. des. Anna-Sophia Reichelt (Assistenz)

Passend zum Thema

Weltweit einzigartig: das Glasmuseum in Frauenau

TONE VIGELAND. SCHMUCK – OBJEKT – SKULPTUR. Die Neue Sammlung – The Design Museum München. Ausstellung vom 11.03. – 11.06.2017

Haus der Kunst München - Programmvorschau 2017

Mehr aus der Rubrik

Museum Brandhorst, München | Seth Price – Social Synthetic. Ausstellungslaufzeit: 21.10.2017 – 8.4.2018

Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst, Neue Pinakothek und Sammlung Schack | Besucherzahlen der 19. Langen Nacht der Münchner Museen

Pinakothek der Moderne: 7.200 Besucherinnen und Besucher bei Togetthere-Xperience am 8. Oktober

Teilen: