01.10.2017

von B° RB

Florentiner Malerei

Alte Pinakothek München: Florentiner Malerei. Die Gemälde des 14. bis 16. Jahrhunderts und Botticellis Farben sind zurück

Diplom-Restauratorin Dr. Wibke Neugebauer während der Abnahme der Firnisse und Übermalungen des 19. Jahrhunderts

Mit den Florentiner Gemälden der Alten Pinakothek erschließt der Katalog eine der international bedeutendsten Sammlungen von Malerei aus dem Zentrum der Renaissance. Erstmals wurden die rund 80 Werke, darunter Tafeln von Giotto, Fra Angelico, Domenico Ghirlandaio, Filippo Lippi, Sandro Botticelli, Leonardo da Vinci und Andrea del Sarto, umfassend kunstwissenschaftlich und technologisch untersucht.

Fakten
ALTE PINAKOTHEK

PRESSEKONFERENZ am 4. OKTOBER 2017, 11.00, SAAL XIII

FLORENTINER MALEREI. DIE GEMÄLDE DES 14. BIS 16. JAHRHUNDERTS - BUCHVORSTELLUNG

Die Katalogbeiträge präsentieren neue Erkenntnisse zu Zuschreibung, Provenienz, Ikonographie, Gattungs- und Funktionsgeschichte. Analysen der Materialien und der Maltechnik ergründen die Arbeitsmethoden der Künstler und ermöglichen ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge von technischem und stilistischem Wandel. Vier einführende Essays widmen sich den spezifischen Merkmalen der Florentiner Malerei vor dem Hintergrund der aktuellen Forschung zur Kunst der frühen Neuzeit in Italien.

Der opulente Bestandskatalog präsentiert die Ergebnisse eines interdisziplinären Forschungsprojekts der Bayerischen Staatsgemälde- sammlungen und des Doerner Instituts, das großzügig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Ernst von Siemens Kunststiftung gefördert wurde.

Florentiner Malerei – Alte Pinakothek. Die Gemälde des 14. bis 16. Jahrhunderts Hrsg. von Andreas Schumacher mit Annette Kranz und Annette Hojer

744 Seiten mit über 1000 meist farbigen Abbildungen, 22,5 x 28,5 cm, Hardcover Deutscher Kunstverlag; ISBN: 978-3-422-07413-2; 78,00 EUR

BOTTICELLIS FARBEN SIND ZURÜCK!

PRÄSENTATION DER RESTAURIERUNG UND NEURAHMUNG VON SANDRO BOTTICELLIS "BEWEINUNG CHRISTI"

Die von Sandro Botticelli für den Hochaltar von San Paolino in Florenz geschaffene „Beweinung Christi“ (um 1490/95) zeigte sich in der Vergangenheit nicht mehr so, wie einst vom Maler beabsichtigt. Gemäldetechnologische Analysen und Reinigungsproben gaben zu erkennen, dass die bewegende Darstellung neben vergilbten Firnisschichten vor allem auch durch einen konservatorischen Eingriff des 19. Jahrhunderts stark beeinträchtigt wurde. Zur Kaschierung fehlender oder verputzter Farbschichten übermalte ein Florentiner Restaurator die Darstellung im Jahr 1812 großflächig. Ihre kraftvolle Farbigkeit erschien deshalb sehr gedämpft.

Bei der nun im Doerner Institut abgeschlossenen, von der Rudolf-August Oetker-Stiftung finanzierten Restaurierung wurden alte Retuschen, Übermalungen und Firnisschichten entfernt. So ist das Gemälde trotz der üblichen Alterungsprozesse heute seinem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder sehr nah. Erstmals seit Jahrhunderten hat der Betrachter die Möglichkeit, das kühl und kontrastreich leuchtende Kolorit ungetrübt zu erleben.

Ein neuer Galerierahmen, der nach dem Muster eines italienischen Originalrahmens der Renaissance geschnitzt, vergoldet und gefasst wurde, schmückt das große Altarbild bei seiner Rückkehr in die Galerie.

BEGLEITPROGRAMM

Am 15. Oktober 2017 wird das Gemälde den Besuchern bei Führungen und musikalischen Beiträgen in Saal XIII der Alten Pinakothek vorgestellt. Dialogführungen des Kurators und der Restauratoren jeweils von 11.00–13.00 und von 15.00–17.00. 

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