19.10.2016

von B° IR

Lebenshaltungskosten in München

Im Gesamtüberblick Deutschlands gilt die bayrische Landeshauptstadt München als die Stadt mit den höchsten Lebenshaltungskosten.

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Im Gesamtüberblick Deutschlands gilt die bayrische Landeshauptstadt München als die Stadt mit den höchsten Lebenshaltungskosten. Unternehmen sprechen nicht selten von der unbezahlbaren Stadt, obwohl die Arbeitslosenquote im Vergleich zu anderen Städten mit drei Prozent äußerst gering ist. Warum ist München also so teuer und wie berechnen sich die Lebenshaltungskosten, die zur roten Markierung der Stadt führen und diese gerade im Bereich Mieten zur teuersten Stadt Deutschlands machen?

Was sind die Lebenserhaltungskosten?

In die Rubrik Lebenshaltungskosten fallen alle Ausgaben des täglichen Lebens. Miete und Strom, Abschlagszahlungen für Hauskredite, Versicherungen, Wohnnebenkosten, Hobbys, Kleidung sowie Bildung fließen in die Lebenserhaltungskosten ein.

Hier sind die Preise im Vergleich zu anderen Städten enorm teuer und in den letzten Jahren sehr stark angestiegen. Wer in München einkaufen geht und seinen Warenkorb füllt, zahlt beispielsweise bis zu einem Drittel mehr als in den ostdeutschen Bundesländern. Der zweite Bildungsweg ist ebenfalls teurer und auch Versicherungen für Wohnraum und Kfz schlagen mit sehr hohen Zahlen zu Buche.

Am teuersten ist allerdings der Wohnraum, für den Münchner bis zu 20 Euro pro Quadratmeter zahlen müssen. In den angesagten Vierteln der Stadt, etwa in der Stadtmitte oder in beliebten Randgebieten kann der Grundpreis pro Quadratmeter sogar noch teurer sein. Hinzu kommen die Betriebskosten für Wasser und Heizung, die ebenfalls bedeutend teurer als in anderen Regionen des Landes sind.

Was ist am meisten gestiegen?

Der höchste Anstieg in den Lebenshaltungskosten ist in den Mietkosten verzeichnet. Während Mieter zum Beispiel in Leipzig durchschnittlich sieben Euro pro Quadratmeter zahlen, müssen die Bewohner Münchens tief in die Tasche greifen und 20 Euro pro Quadratmeter durchschnittlich entrichten.

Gleiches gilt auch beim Hauskauf. Wohneigentum ist teuer und wer in München ein Eigenheim kauft, zahlt für rund 100 bis 120 Quadratmeter im grünen Gürtel der bayerischen Landeshauptstadt nicht selten eine halbe Million Euro und mehr.

Die Mietpreisbremse hat die Problematik nur marginal verändert, sodass die Preise in München weiter steigen und Wohnen zum Luxusgut wird. Es gibt kaum Sozialwohnungen oder städtische Wohnungen, wodurch ein Großteil der Münchner Bürger bei privaten Eigentümern mietet und deren Forderungen begleichen muss. Die ins Bodenlose ansteigenden Mieten basieren auf der sehr hohen Nachfrage, die den Preis bestimmt und in München auch weiter für einen stetigen und sehr steilen Anstieg der Lebenshaltungskosten sorgt.

Wie berechnen sich diese?

Die Berechnung der Lebenshaltungskosten wird vom statistischen Bundesamt vorgenommen. Hier sind alle Ausgaben enthalten, die ein Mensch zum Leben benötigt und die aus diesem Grund als alltägliche Güter bezeichnet werden. Ein Dach über dem Kopf, Licht und Heizwärme, Lebensmittel und Kleidung, sowie die Ausübung von Hobbys, der Zugang zu Bildung und informativen Medien, wie auch grundlegende Versicherungen bilden in ihrer Gemeinschaft die Lebenshaltungskosten.

Da sich in allen Bereichen im Vergleich zu den meisten Bundesländern eine deutliche Preisdifferenz zeigt, steht München trotz geringer Arbeitslosenzahlen und hoher Gehälter in den Lebenshaltungskosten an führender Spitze. Die Berechnung erfolgt auf dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch aller Bürger und bezieht sämtliche Kostenfaktoren ein. Der daraus ermittelte Durchschnitt ist ein Richtwert, der die hohen Ausgaben in München und auch im Münchner Umland bescheinigt und eine erschreckende Tendenz aufzeigt.

Wie haben sich die Kosten in den letzten Jahren verändert?

München galt schon immer als "teures Pflaster" und als die Stadt der "Reichen und Schönen". In den letzten 10 Jahren haben sich die Kosten explosionsartig erhöht, sodass zum Beispiel eine Wohnung in der Stadt kaum noch bezahlbar ist und normalverdienende Familien vor eine Herausforderung stellt.

Der Grund hierfür liegt in der Ansiedlung renommierter Unternehmen, die München als wichtigen Standort erkennen und ihren Mitarbeitern gute Gehälter zahlen. Durch den regen Zuzug aus dem gesamten Bundesgebiet steigt die Nachfrage nach Wohnraum, was sich wiederum auf den Grundpreis auswirkt und sowohl bei Mieten, wie auch beim Kauf von Häusern oder Wohnungen für eine Explosion der Quadratmeterpreise sorgt.

Auch die Grundstückspreise haben sich im Verlauf der letzten 10 Jahre verändert. Da es kaum noch bebaubare Freiflächen gibt und die Nachfrage stetig steigt, sind die Kosten für Grundstücke in und um München mehr als doppelt so teuer als im Jahr 2010. Wer in München lebt, muss hohe Lebenshaltungskosten auf seine Agenda setzen.
 

Quelle der Infografik: https://www.vexcash.com/blog/lebenshaltungskosten-deutschland-2016/

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