21.11.2018

von B° RB

Alex Katz

Ausstellung im Museum Brandhorst in München vom 6. Dezember 2018 bis 22. April 2019

Alex Katz, Couple, 1996, Öl auf Leinwand, 228,6 x 167,6 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München

Mit Alex Katz stellt das Museum Brandhorst einen der bekanntesten und beliebtesten Künstler der letzten Jahrzehnte vor. Gefeiert für seine ikonischen Porträts stilbewusster Frauen und für seine impressionistischen Landschaftsdarstellungen, hat der inzwischen 93-Jährige Katz Generationen von Malern inspiriert. 

Die Sensibilität für vibrierende Oberflächen verbindet er zwanglos mit der Augenblickhaftigkeit der Fotografie – viele seiner Gemälde wirken wie virtuos gemalte Schnappschüsse oder Modefotografien. Nicht zuletzt deshalb gilt Alex Katz als einer der wichtigsten Vorläufer der Pop Art. Mit ihren über 80 ausgestellten Werken, darunter einige Schlüsselwerke des Künstlers, ermöglicht die Ausstellung einen retrospektiven Überblick über das zeitlose Oeuvre seit den 1950er-Jahren bis heute.

Das einzigartige, inzwischen rund 70 Jahre umspannende Werk von Alex Katz widmet sich ganz der Darstellung des Hier und Jetzt und der Unmittelbarkeit der menschlichen Wahrnehmung – ein Bekenntnis zu dem, was der Künstler oft als „painting in the present tense“ bezeichnet hat. Er arbeitet wechselweise im Freien, von fotografischen Vorlagen und eigenen Skizzen und konzentriert sich auf Themen aus seinem unmittelbaren Umfeld: Porträts von Familie (insbesondere seiner Frau Ada) und Freunden, künstlerischen Mitstreitern, aber auch Szenen des geselligen Miteinanders, Architekturszenen, Landschaften und Blumen. Überall entfaltet sich Katz’ malerische Virtuosität in produktiver Auseinandersetzung mit der Bildwelt des Films, der Mode und der Werbung.

Die Ausstellung beginnt mit Werken Mitte der 1950er und frühen 1960er Jahre, darunter Porträts des renommierten Choreografen und Tänzers Paul Taylor und seiner Tanzgruppe, für die Katz zahlreiche Bühnenbilder entworfen hat. In einer Reihe wegweisender Einzel- und Gruppenporträts aus den 1960er Jahren begründet Katz’ seinen unverkennbaren Stil. Gleichzeitig eröffnen sie Einblicke in das soziale und künstlerische Milieu New Yorks. Zwei große Ausstellungsräume mit Landschaften zeigen Katz, wie er sich höchst virtuos an der Grenze zwischen abstraktem Gestus und kühlem Realismus bewegt. Die Qualität des Lichts selbst, ob direkt, reflektierend oder diffus, wird in diesen Bildern zu einem zentralen Thema. Einzelne Pinselstriche konturieren Körper und Gegenstände und bewahren doch stets ihren Stellenwert als eigenständige Zeichen.

Die Ausstellung umfasst auch eine Reihe kleiner Bilder, Skizzen und Vorzeichnungen, die teils in direktem Zusammenhang mit den gezeigten großformatigen Gemälden stehen. Sie geben wichtige Einblicke in den vielschichtigen Arbeitsprozess des Künstlers, der sich im Wechselspiel zwischen Kalkül und Spontaneität vollzieht.

Die Ausstellung des Museums Brandhorst schöpft aus der eigenen umfangreichen Sammlung der Werke des Künstlers – darunter Meisterwerke aus seiner langen Karriere –, ergänzt durch Schlüsselwerke aus anderen öffentlichen und privaten Sammlungen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter, zweisprachiger Katalog (deutsch/englisch) im Hirmer Verlag mit neu in Auftrag gegebenen Texten über den Künstler von Kirsty Bell und Prudence Peiffer.

Anlässlich der Ausstellung wird das Museum einen neuen Dokumentarfilm über Alex Katz unter der Regie von Kristina Kilian von der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München uraufführen. Dieses Projekt ist Teil einer laufenden Zusammenarbeit zwischen dem Museum Brandhorst und der HFF.

Kurator: Jacob Proctor

Öffentliche Führungen:

Dienstag, 13. Dezember, 15.00 Uhr | Führung durch die Ausstellung durch Kurator Jacob Proctor (auf Englisch)

Die Ausstellung wird gefördert von

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.

Aufgrund des Aufbaus der Ausstellung „Alex Katz“ sind das Untergeschoss sowie das Erdgeschoss des Museums Brandhorst seit Montag, den 22. Oktober geschlossen. Das Erdgeschoss wird ab 5. Dezember, das Untergeschoss ab Mitte Dezember 2018 wieder zugänglich sein. 

Die Ausstellung „Cy Twombly: In the Studio“ im Obergeschoss ist mit Ausnahme eines Saals zum Frühwerk des Künstlers regulär geöffnet. Dieser ist ab 3. November 2018 wieder zugänglich. Die Buchhandlung Walther König sowie die HORST EssKultur Bar bleiben in dieser Zeit ebenfalls regulär geöffnet. 

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