11.01.2019

von B° RB

Abgeschlossene Optimierung

Alte Pinakothek München: Optimierung der Ausstellungsräume und Servicebereiche im Erdgeschoss

Alte Pinakothek: Außenansicht, Eingangstür mit neuem Schriftzug

Mit dem großen Besucherandrang in den ersten Tagen des neuen Jahres hat die kürzlich abgeschlossene Optimierung der Ausstellungsräume und Servicebereiche im Erdgeschoss der Alten Pinakothek ihre Bewährungsprobe erfolgreich bestanden.

Seit der Eröffnung der Ausstellung „Florenz und seine Maler“ am 17. Oktober 2018 bereitet die Alte Pinakothek ihren Besuchern einen zeitgemäßen Empfang: Das großzügige Foyer wurde denkmalgerecht renoviert und ebenso wie der Garderoben- und Schließfachbereich neu möbliert. Mit einer Lounge vor dem Shop und dem neu gestalteten „Café Klenze“ bieten sich Orte für Aufenthalt und Erholung an. Erstmals konnte zudem ein Kunstvermittlungsraum eingerichtet werden. Die Ausstellungsräume wurden neu geordnet und teils technisch überarbeitet, so dass sich im Westen des Gebäudes nun ein deutlich vergrößerter, funktional flexibler Sonderausstellungsbereich barrierefrei erschließt. Der Rundgang durch die Dauerausstellung in der „Unteren Galerie“ beginnt jetzt im Osten in den sogenannten Brueghel-Kabinetten und führt zur Altdeutschen Malerei in den Sälen am Klenze-Portal.

Die von Sunder-Plassmann Architekten (Kappeln/Berlin) geplante Umgestaltung, die innerhalb eines Jahres bei laufendem Betrieb ausgeführt werden konnte, verbessert die Nutzungsmöglichkeiten und dabei vor allem die dem Besucherservice dienlichen Funktionen der Erdgeschossräume. Zudem bewirkte die Maßnahme besonders in der großen Eingangshalle und auch im Café eine dem Denkmalschutz verpflichtete Klärung und Modernisierung des behutsamen Wiederaufbaus der Alten Pinakothek durch Hans Döllgast nach dem Zweiten Weltkrieg. Döllgasts Handschrift konnte unter anderem durch ein von Peter Andres Lichtplanung (Hamburg) erarbeitetes Beleuchtungskonzept und neues Mobiliar wieder stärker herausgearbeitet werden. Eigens für das Foyer entworfene Leuchten setzen – ohne selbst in Erscheinung zu treten – die hohe Halle mit ihren geschlemmten Wänden und dem hellen Jura-Kalkstein- Boden sowie nicht zuletzt die wandelnden Besucher in Szene. Der in Raucheiche ausgeführte zentrale Tresen nimmt alle Funktionen für die Kassen, die Information und die Ausgabe der Audioguides auf. Vier große Sitzinseln bieten zahlreichen Besuchern Platz zum Ausruhen und Verweilen. Ein im gesamten Haus erneuertes Leitsystem, dessen typographische Gestaltung auf einem Entwurf von Hans Döllgast basiert, erleichtert neben der neuen Lichtführung mit zurückhaltender Eleganz die Orientierung.

Ein Materialdreiklang aus Natureiche, Messing und weichem Leder bestimmt das aktualisierte Erscheinungsbild des Cafés. Das leichte, sehr klar geformte Mobiliar, Armlehnstühle und quadratische Tische sowie die in den Wand- und Fensternischen platzierten Sofabänke, fügt sich selbstverständlich in die architektonische Gliederung des Raumes und unterstreicht dessen lichte Weite. Der den Brueghel-Kabinetten vorgelagerte Kunstvermittlungsraum wird von einem massiven Tisch aus Raucheiche und zugehörigen kubischen Hockern dominiert, die einer größeren Gruppe Platz für Diskussion und Gestaltung bieten. Im Zugangsbereich zur „Unteren Galerie“ befindet sich auch die neu eingerichtete Schüler- bzw. Gruppengarderobe, die neben großen Schubschließkästen auch weitere Schließfächer bietet, die Handgepäck aufnehmen können.

Die Rochade des Wechselausstellungs- mit dem Dauerausstellungsbereich von Ost nach West erleichtert die Rundgänge und weist Sonderausstellungen hinsichtlich Größe, Flexibilität und Funktionalität angemessene Flächen zu, die mit einem optimierten Wandaufbau, neuem Beleuchtungssystem und erweiterter Sicherheitstechnik ausgestattet wurden.

Die Verwirklichung der Maßnahmen verdankt sich auch dem besonderen Engagement von Freunden und Förderern der Pinakotheken. Die Umgestaltung der Ausstellungssäle wurde durch die folgenden Förderer ermöglicht: Dr. Helmut Röschinger Stiftung, Elisabeth und Stanislaus zu Sayn- Wittgenstein, Fritz Schäfer, Herbert Schuchardt-Stiftung, BMW Group. Die denkmalgerechte Renovierung des Foyers wurde durch die Wüstenrot Stiftung und die Mooseder Stiftung unterstützt. Die Einrichtung der Schülergarderobe und des Kunstvermittlungsraums verdankt sich der Beisheim Stiftung.

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