15.04.2019

von B° RB

Caravaggios "Medusa"

Alte Pinakothek München. Caravaggios "Medusa" (1596/97) in München zu sehen

Michelangelo Merisi, gen. Caravaggio: "Medusa", sogenannte "Medusa Murtola", 1596/97. Leinwand auf Pappelholz, Durchmesser 44,68 cm

UTRECHT, CARAVAGGIO UND EUROPA 17. APRIL BIS 21. JULI 2019

ALTE PINAKOTHEK

CARAVAGGIOS "MEDUSA" (1596/97) IN DER ALTEN PINAKOTHEK IN MÜNCHEN ZU SEHEN

Buchstäblich in letzter Minute erhielten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vergangene Woche seitens des italienischen Innenministeriums und der Kulturgutschutzbehörden in Mailand und Rom die Genehmigung, Caravaggios berühmtes Prunkschild mit dem abgeschlagenen Haupt der Medusa als weitere hochkarätige Leihgabe in der Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ auszustellen.

In Ergänzung zu Caravaggios weltberühmter „Grablegung Christi“ aus den Vatikanischen Museen, seinem „Heiligen Hieronymus“ (1605) aus der Benediktinerabtei am Berg Montserrat bei Barcelona sowie seiner „Wahrsagerin“ (1595/96) aus den Kapitolinischen Museen in Rom wird die Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ in der Alten Pinakothek mit Caravaggios „Medusa“ (1596/97) damit ein weiteres Highlight des italienischen Barockmalers zeigen.

Die sich in Privatbesitz befindende, signierte und um 1596/97 zu datierende „Medusa Murtola“ gilt unter anderem aufgrund der im Röntgenlicht sichtbaren Änderungen während des Malprozesses als die frühere der zwei existierenden Versionen. Caravaggios zweite Fassung ist Teil der Sammlung der Galleria degli Uffizi in Florenz. Benannt ist die erste Fassung nach dem italienischen Dichter Gaspare Murtola (gest. 1624/25), der in einem Madrigal von 1603 dazu schrieb: „Flieht, denn wenn eure Augen vor Erstaunen versteinert sind, wird sie euch in Stein verwandeln“.

Mit ihrem makabren Gesichtsausdruck, ihren Haaren aus lebendigen Schlangen und dem am Hals herausspritzenden Blut zählt diese Darstellung zu den unheimlichsten und zugleich beeindruckendsten Werken des Künstlers. Selbst nach der Enthauptung durch den Helden Perseus war der Kopf der Gorgo Medusa noch gefährlich: Ein Blick in ihre Augen oder die der Schlangen genügte, um den Betrachter in Stein zu verwandeln. Damit war es ein ideales Motiv für ein Schild zur Abwehr des Gegners.

Die „Medusa“ wird als Teil der Ausstellung ab Mittwoch, den 17. April für alle Besucher zu sehen sein.

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