15.04.2019

von B° RB

Grablegung Christi

Alte Pinakothek | Hoher Besuch aus dem Vatikan: Caravaggios "Grablegung Christi" kommt nach München

Michelangelo Merisi, gen. Caravaggio (1571 - 1610), Die Grablegung Christi, 1602/03, Leinwand, 300 × 203 cm

CARAVAGGIOS MEISTERWERK AB APRIL 2019 ERSTMALS IN DEUTSCHLAND

Ein einmaliges Highlight erwartet München im Frühjahr des kommenden Jahres: Caravaggios „Grablegung Christi" – eines der bekanntesten Gemälde der Pinacoteca Vaticana und Meilenstein der Kunstgeschichte – wird in der internationalen Sonderausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ ab dem 17. April in der Alten Pinakothek in München präsentiert. 

Fakten
"UTRECHT, CARAVAGGIO UND EUROPA" in der ALTEN PINAKOTHEK in München

17. APRIL BIS 21. JULI 2019

Dort werden die Besucherinnen und Besucher das Hauptwerk Caravaggios bis zum 20. Mai 2019 Schulter an Schulter mit den Werken seiner Nachfolger erleben können.

Bereits zu Lebzeiten des Künstlers Michelangelo Merisi (1571–1610), genannt Caravaggio nach dem gleichnamigen Ort in der Lombardei, galt dieses monumentale Gemälde unter Zeitgenossen als eine seiner besten Arbeiten. Caravaggio schuf das Altarbild um 1602/03 im Auftrag von Gerolamo Vittrice für dessen Familienkapelle in der Chiesa Nuova in Rom. Caravaggio, der Meister des Hell-Dunkels, inszeniert das dramatische Geschehen der Grablegung Christi vor einem fast schwarzen Hintergrund. Eine Vielzahl von Emotionen spiegelt sich in Gestik und Mimik der überlebensgroß dargestellten Figuren: Tief empfundener Schmerz, stille Trauer und lautes Klagen kontrastieren mit dem leblosen Körper Christi.

Fast 200 Jahre verblieb die „Grablegung Christi“ in der Chiesa Nuova. Dann wurde sie zusammen mit anderen Kunstschätzen des Kirchenstaates im Zuge von Napoleons Italienfeldzug 1797 von den Franzosen beschlagnahmt und nach Paris verbracht. Seit der Rückführung im Jahre 1817 in die Bildergalerie von Papst Pius VII. ist das Gemälde im Besitz des Vatikans – als einziges Werk Caravaggios. Es zählt nicht allein zu den Glanzpunkten der vatikanischen Sammlungen, sondern ist zugleich ein herausragendes Beispiel des nationalen Kulturerbes Italiens.

Die revolutionäre Malerei Caravaggios zog im frühen 17. Jahrhundert zahlreiche junge Maler aus ganz Europa nach Rom, wo sie seine Werke im Original studierten und sich von seiner Malweise inspirieren ließen. Unter ihnen auch die Utrechter Maler Hendrick ter Brugghen (1588-1629), Gerard van Honthorst (1592-1656) und Dirck van Baburen (1595-1624). Diese drei Künstler, die durch Verbindung caravaggesker Stilelemente mit ihrer eigenen niederländischen Bildtradition zu einer individuellen Interpretation und Qualität gelangten, stehen im Zentrum der Ausstellung. Caravaggios „Grablegung Christi" trifft hier auf eindrucksvolle Varianten des Themas von Dirck van Baburen (Utrecht, Centraal Museum) und des Franzosen Nicolas Tournier (Toulouse, Musée des Augustins). Durch eine direkte Gegenüberstellung der insgesamt 75 großformatigen Werke italienischer, französischer, spanischer, niederländischer und flämischer Künstler von rund 

50 Leihgebern aus aller Welt werden nationale und individuelle Charakteristika der talentiertesten und erfolgreichsten Nachfolger Caravaggios deutlich.

„Utrecht, Caravaggio und Europa“ ist eine Kooperation mit dem Centraal Museum in Utrecht. Dort wurde die Ausstellung am 15. Dezember 2018 von König Willem Alexander feierlich eröffnet. In München wird die Schau im nächsten Frühjahr/Sommer von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet, das in Kooperation mit der Bayerischen Staatsoper, der Hochschule für Musik und Theater München sowie der Akademie der Bildenden Künste gestaltet wird.

München Tourismus hat die Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa" zum Leuchtturmprojekt der Frühjahrskampagne „Licht" gewählt.

Ausstellungsbegleitend erscheint ein umfangreicher Katalog in einer deutschen, englischen und niederländischen Sprachausgabe im Hirmer Verlag. Der Katalog wird gefördert durch die Ernst von Siemens Kunststiftung.

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