12.11.2019

von B° RB

Schwester von

Metropoltheater München: "Schwester von" von Lot Vekemans. Deutsch von Eva Maria Pieper

Sophie Rogall

"SCHWESTER VON" von Lot Vekemans. Deutsch von Eva Maria Pieper

Ein irritierender Titel: Wer ist diese Schwester? Und von wem ist sie die Schwester? Lot Vekemans wirft uns unwissend mitten ins Geschehen. Allmählich wird klar: Es ist Ismene, Tochter des Ödipus und jüngere Schwester der Antigone.

Vekemans stellt sie ins alleinige Zentrum des Geschehens. Tausende von Jahren hat Ismene gewartet, ausgeharrt zwischen Leben und Tod; hat gehadert, mit sich, ihrer Familie, dem heldenhaften Handeln der Schwester und dem eigenen Nicht-Handeln.

Nun spricht sie und erzählt ihre Version der Familiengeschichte, sucht nach Erklärungen und Identität. Sucht auch nach Vergebung. Wie entfesselt redet sie sich alles von der Seele: den Irrsinn der Familientragödie, ihr ewiges Schattendasein als „kleine Schwester“, die Liebe und Bewunderung für und den Hass auf die überlebensgroße Antigone, die sich furchtlos den Befehlen Kreons widersetzte, um den geliebten Bruder zu bestatten; Ismene erklärt, eifert, bewundert, bereut, zürnt, klagt an, rechtfertigt sich.

In einem fulminanten Sog setzt sie sich mit der Vergangenheit und der eigenen, oftmals allzu passiven Rolle darin auseinander, stellt die getroffenen Entscheidungen auf den Prüfstand und verlangt nach ihrem Platz in der Geschichte, erst verhalten, zunehmend mutiger und entschlossener. Wir spüren – hier will jemand die Dinge geraderücken, muss zurückblicken, um endlich den letzten, erlösenden Schritt nach vorne gehen zu können. Und wir sehen, dass auch bloßes Überleben, ein Ausharren und Aushalten im Stillen, ein Kraftakt sein können.

Ein Abend, der die bekannte antike Tragödie aus einer neuen, individuellen Perspektive beleuchtet und dabei die großen Themen des Lebens - Liebe, Hass, Stärke, Schwäche, Mut und Furcht – verhandelt.

Regie: Domagoj Maslov

Licht: Philipp Kolb

Komposition: Benedikt Zimmermann

Dramaturgie: Katharina Schöfl

Bühnenbau: Cornelia Petz

Mit: Sophie Rogall

Premiere am Mittwoch, 20.11.2019, 20.00 (Momentan nur Warteliste)

Weitere Vorstellungen

FR 22.11., 20.00 (ausverkauft) | MO 25.11., 20.00 | DI 03.12. UND MI 04.12., 20.00  | MO 09.12. UND DI 10.12., 20.00 | FR 13.12., 20.00

Eintrittspreise: € 19, ermäßigt € 15, juniorermäßigt € 13 (für Schüler, Studenten, FSJler und Auszubildende bis zum 27. Lebensjahr)

Montag und Mittwoch (außer Premiere) = Theatertag - alle Kartenpreise € 4 reduziert. 

Einlass 1,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn, freie Platzwahl im Café Metropol

Kartenbestellung:

Tel: 089 32 19 55 33

info@metropoltheater.com

Produktion und Veranstalter: Metropoltheater gGmbH

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