23.07.2019

von B° RB

Digitalisierung gestalten, nicht erdulden!

Mit ihrer neuen Position zur "Digitalisierung und Digitalkompetenz" begnügen sich die Wirtschaftsjunioren Bayern nicht mit dem Ausbau der infrastrukturellen Grundlage. Ihr Anliegen: Digitalisierung einen Schritt weiterdenken

Marlen Wehner, Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Bayern e.V.

Der mitunter sehr langwierige Ausbau des bestehenden Breitbandnetzes droht zum Bremsklotz der vorangaloppierenden Digitalisierung zu werden. Aus diesem Grund fordern die Wirtschaftsjunioren Bayern in ihrem Positionspapier, die Ausstattung jedes Haushaltes und Firmengebäudes mit einer Glasfaserleitung, als einen wichtigen Teil einer zeitgemäßen Grundversorgung in Deutschland und Bayern. „Ein 100 Mbit Internetanschluss ist dabei nur eine Mindestanforderung, welche flächendeckend zur Verfügung gestellt werden muss“, so Marlen Wehner, die Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Bayern.

Nach der Lizenzvergabe zu 5G fordern die Wirtschaftsjunioren nun beim anstehen- den Ausbau des Mobilfunknetzes nicht die Fehler des Breitbandausbaus zu wiederholen. Erstens müssen im Vorfeld zur Implementierung die Förderprogramme der verschiedenen politischen Ebenen abgestimmt werden. Zweitens muss der Netzausbau auf Landkreisebene gebündelt werden. Und drittens darf der Ausbau des Mobil- funknetzes nicht an den Verkehrsadern des Bundes enden, sondern muss alle Lebensbereiche abdecken.

„Digitalisierung braucht aber auch digitale Köpfe“, so Steffen Dollmann, als Ressortleiter Politik bei den Wirtschaftsjunioren verantwortlich für die Erstellung des Positi- onspapiers. Um die digitale Denke möglichst früh in den Köpfen der Menschen zu verankern, erfolgt mit der Einigung zwischen Bund und Ländern zum Digitalpakt Schule eine wichtige Weichenstellung. Die technische Ausstattung an unseren Schulen wird nachgerüstet, von den kommunalen Trägern kann dies nicht allein finanziert werden. Doch damit nicht genug, die Einrichtung digitaler Klassenzimmer ist unweigerlich mit der Weiterbildung der Lehrkräfte verknüpft. Diese Weiterbildungsangebote müssen sowohl die technischen Hintergründe (Hard- und Software, Cloud-Lösungen usw.) als auch die dadurch bedingt neue Unterrichtsgestaltung abdecken. Zur nachhaltigen Umsetzung dieses Konzepts müssen die Lehrkräfte außerhalb des normalen Weiterbildungsplanes verpflichtend angeboten und durchgeführt werden.

Die Wirtschaftsjunioren Bayern e.V. sind mit über 4.500 jungen Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren der größte Landesverband der Wirtschaftsjunioren Deutschland e.V., der mit über 10.000 Mitgliedern und einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Milliarden Euro Umsatz als „die Stimme der jungen Wirtschaft“ gilt. Die jungen Unternehmer verantworten rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungs- plätze in 214 Kreisen, 61 davon in Bayern.

Seit 1958 sind die Wirtschaftsjunioren Mitglied der Junior Chamber International (JCI) mit ihrem Dienstsitz bei den Vereinten Nationen in New York. 

JCI Verbände gibt es in mehr als 100 Nationen. Die bekanntesten der rund 800 ehrenamtlichen Projekte mit deutscher Beteiligung sind neben dem Know How Transfer zwischen Politik und Wirtschaft auf allen Ebenen, die G20 Young Entrepreneur Alliance und verschiedene gemeinnützige Projekte wie „talk. EU“, „1000 und Deine Chance“, „WirtschaftsWissen im Wettbewerb“ die für Chancengleichheit und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft und Fachkräfteentwicklung eintreten.

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